Haltung

Haltung

Die Malawicichliden reagieren sehr empfindlich auf Belastung des Wassers mit Stoffwechselprodukten. Gute biologische Filterung und regelmäßige Wasserwechsel sind unbedingte Haltungsvoraussetzung. Malawi­Cichliden brauchen hartes alkalisches Wasser. Langfristig sollte die Temperatur bei 24 bis 26°C liegen. Temperaturen von 27 bis 3O°C fördern die Brutstimmung. Männchen graben große Mengen an Bodengrund um, wenn sie eine Laichgrube anlegen.

Alle Arten gehören zu den offen polygamen. mütterlichen Maulbrütern. Richtig gehalten, brüten sie unter Aquarienbedingungen zuverlässig. Dem Ablaichen geht eine längere Phase heftigen Balzens voraus. Nach gegenseitigem Umkreisen erfolgt das Ablaichen in typischer Haplochromis-Manier. Die Eier werden im Maul des Weibchens besamt. Diese schnappen aber nicht nach den Eiattrappen auf der Afterflosse, sondern nach der Genitalpapille des Männchens, die sich farblich meist gut von der Bauchregion abhebt. Bei 3O°C bebrütet das Weibchen die Eier 21 Tage lang. Die widerstandsfähige Brut kann man mit Salinenkrebs-Larven und hochwertigem Aufzuchtfutter ernähren.

Fortpflanzungsaktive männliche Malawi-Cichliden sind streng territorial. Unter günstigen Aquarienbedingungen sind sie das ganze Jahr über fortpflanzungsbereit. Normalerweise kann man nicht mehr als ein Männchen halten, da es das ganze Aquarium und mehrere Weibchen für sich beansprucht. Die unvermeidbar hohe Besatzdichte unter Aquarienbedingungen führt oft zur Überdominanz, bei der ein Männchen alle Männchen der anderen Arten an Territorial- und Balzverhalten hindert. Aus Mangel an Artgenossen als Balzpartner gehen unter diesen Bedingungen auch artfremde Weibchen auf das "Übermännchen" ein, so daß unerwünschte, aber oft überlebensfähige Bastarde entstehen. Am besten halten Sie von Maiawi-Cichliden nur eine Art im Aquarium. Die Gruppe sollte aus einem Männchen und mehreren Weibchen bestehen. Viele Aquarianer halten aber lieber gemischte Gruppen. Beachten Sie folgende Regeln, um unter diesen Umständen Bastardierungen zu vermeiden.

Halten Sie keine unterschiedlich stark aggressiven Arten zusammen, da die aggressiveren Männchen überdominant werden.

Halten Sie keine nahe verwandten Arten oder solche mit ähnlichem Balzkleid zusammen. Weibchen gehen auf die Balz von ganz anders aussehenden Männchen normalerweise nicht ein.

Halten Sie keine Arten zusammen, deren Weibchen sich ähnlich sehen. Alle Jungfische ähneln zunächst dem Weibchen. Die Bastardierung zweier Arten ist erst bei den heranwachsenden Männchen erkennbar.

Unterscheiden sich die Weibchen jedoch, wird die Bastardierung frühzeitig deutlich, Überdominanz ist normalerweise die Folge des beschränkten Lebensraumes. Je größer ein Aquarium ist. desto unwahrscheinlicher tritt Artbastardierung auf.

Die Probleme der Überdominanz und Artbastardierung lassen sich auf Ursachen zurückführen. die mit Modellen der Verhaltensforschung beschrieben werden können. Diese Untersuchungen haben gezeigt, daß sowohl der Aggressivität bei Cichliden als auch dem Baltzverhalten angeborene Antriebe, d.h. Instinkte, zugrundeliegen. Diese haben die Eigenschaft. daß die Bereitschaft zum Kampf oder zur Balz mit der Zeitdauer anwächst-. in der die jeweilige Verhaltensweise nicht ausgeführt wurde. Bestimmte arteigene Signale, die sogenannten Schlüsselreize, lösen das Verhalten aus. Fehlt ein Artgenosse unter Aquarienbedingungen jedoch, so steigt der Antrieb immer stärker an,bis das entsprechende Verhalten schließlich auch von Tieren augelöst werden kann, die Artgenossen nur noch wenig ähnlich sehen.Der Verhaltensforscher nennt diese Folge ds Antriebsstaus die Reizschwellensekung. Im See tritt sie normalerweise nicht auf, da immer Artgenossen mit den passenden Schlüsselreizen zur Verfügung stehen.

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